Landschafts-schützer

zwischen

Rhön und Vogelsberg:
Heilbad Salzschlirf -

Großenlüder -

Burgenstadt Schlitz  e. V.

 


Mit der Bürger-Initiative „Heilbad statt Windrad“ ist  der  Landschafts-Schützer-Verein verbunden.
Im Februar 2016 ging er aus der seit 2013 bestehenden Bad Salzschlirfer BI hervor.

Die osthessische Natur- und Kulturlandschaft zwischen Rhön und Vogelsberg, im Herzen Deutschlands, ist in akuter Gefahr: Sie wird durch Windkraft-Industrie im höchsten Maße bedroht. Bürger/innen und Kommunalpolitiker/innen dreier Gemeinden zwischen dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön und dem Europäischen Vogelschutzgebiet Vogelsberg, nahe der berühmten Stadt Fulda und dem gleichnamigen Fluss, haben sich in dem Landschafts-Schützer-Verein zusammengeschlossen, um die heimatliche Landschaft  in ihrer bisher touristisch attraktiven Region zu bewahren und vor massiven Einbrüchen insbesondere
durch die industrielle Wind-Energie-Nutzung zu schützen.


Landschafts-Schützer aus den drei osthessischen Gemeinden 2016

 

     Zwei der drei Gemeinden liegen im Fuldaer Land: das seit 180 Jahren bestehende Heilbad Salzschlirf und die an die Kreisstadt angrenzende Großgemeinde Großenlüder. Beide Kommunen sind geprägt vom Geist des „Apostels der Deutschen“ Bonifatius, der im Dom zu Fulda seine letzte Ruhestätte fand. Die dritte Gemeinde im Bunde gehört zum Vogelsbergkreis: Es ist die denkmalgeschützte, 1200 Jahre alte Burgenstadt Schlitz, wo einst der letzte deutsche Kaiser gerne weilte.

     Riesige Windrotoren überragen, ja erschlagen schon jetzt die liebliche Landschaft dieser Drei-Gemeinden-Region Osthessens mit ihren bis zu 500 m hohen Bergen, ihren 5 Flusstälern und ihren herrlichen Wäldern. Die Einbrüche geschahen 2015 und 2017 – in einer  bekanntermaßen „windschwachen“, folglich gerade für Windkraftnutzung unwirtschaftlichen Gegend. Wofür also das Opfer der bisher intakten Landschaft und Natur?

     Doch dieses Zerstörungswerk - im Zeichen eines so genannten Fortschritts - geht gerade in der Mitte der drei benachbarten Germarkungen derzeit unaufhaltsam weiter: Im aktuellen Fokus steht eine sehr große Wind-Energie-„Konzentrations-Zone“ am Steinberg, einem historisch wie geographisch markanten Grenzberg mit bedeutenden Bodendenkmälern. Das Gipfel-Windrad des ersten, die Gegend vorbelastenden so genannten „Windparks“ hat das Hessische Landesamt für Denkmalpflege deshalb strikt bis zuletzt abgelehnt und das Projekt insgesamt scharf kritisiert. Der Zubau der „Konzentrationszone“ mit weiteren gigantischen Rotoren ist in Planung: „Windparks“ statt des „Naturparks“ am Steinberg und auf dem nahen gegenüberliegenden zwei Bergen, wo ebenfalls ein riesiges Windkraftgebiet ausgewiesen ist.

Der erste Einbruch ist bereits geschehen.

     Umso mehr sehen wir „Landschafts-Schützer“ unsere Aufgabe darin, von der schönen Heimatlandschaft  noch zu retten , was zu retten ist. Erholungswald, Flussauen und Bergeshöhen sind reich an Eichen und Buchen, an  Vögeln und Wildtieren, wie dem Rotmilan, dem „Adler der Rhön“ und der Wildkatze, dem „Tier des Jahres 2018". Zu Tausenden ziehen Kraniche alljährlich über die Gegend hinweg: Wie lange noch?


Rotmilan: "Adler" der Rhön


„Windkraft statt Atomkraft“ heißt das meistbenutzte Schlagwort. Und das ist falsch: Hier, mitten im windschwachen Binnenland, kann Windkraft Atomkraft schon gar nicht ersetzen. Denn wo oft gar kein oder zu wenig Wind weht, braucht man nach wie vor Kohle- und Gas-Ersatz-Kraftwerke – weil Großstromspeicher für Windkraft fehlen! Im Gegensatz zum wetterabhängigen und damit unberechenbaren Windstrom  ist Atomstrom stets verfügbar. Atomstrom wäre also nur durch ebenfalls stets verfügbare „Erneuerbare Energien“ zu ersetzen, etwa durch Biogas oder Wasserkraft, nicht aber durch  oft unverfügbare, unstete Windkraft. Da Biogas- und Wasserkraft-Nutzung nur beschränkt möglich ist, bleibt im Wesentlichen die relativ klimafreundliche Gaskraft als Alternative zur Atomkraft.

 Die Situation könnte sich ausschließlich dann ändern, wenn es Großstromspeicher für Windstrom gäbe. Das ist aber überhaupt noch nicht in Sicht:

"Dreh-und Angelpunkt der Energiewende sind die Speicher - und nicht der vorauseilende Bau von immer mehr Windkraftanlagen" schreibt Dr. Ing. Manfred Mach (Technische Universität Berlin) in seinem Buch "Speicherung von elektrischem Strom -Voraussetzung jeder Energiewende" (2015).

 

Sternwandern zum Schutz der Natur. Protest am Steinberg-Gipfel gegen Naturzerstörung durch Windkraft.
Pflanzung eines symbolischen Eichbäumchens.
Pfingsten 2015